Tiere als Landschaftspfleger auf vier Beinen
Landschaftspflege durch Schafe
Auch Schafe sind sehr genügsam. Insbesondere Heidschnucken sind für die Bedingungen in Heidegebieten, wie dem Naturschutzgebiet Wollingster See, ideal. Sie kommen mit den Nährstoffen in dem kargen Heidegewächs aus.
Sie werden am Wollingster See von Anfang Juli bis Ende Oktober gehalten.
Ein Landschaftspflegeversuch mit Moorschnucken wurde durch die Pflege mit Heidschnucken abgelöst.
Die Graue Gehörnte Heidschnucke (Landschaf)
Die graue gehörnte Heidschnucke ist die älteste und kleinste deutsche Schafrasse. Sie stammt im wesentlichen von dem Europäischen Wildschaf (Mufflon) ab, das ursprünglich auf Korsika und Sardinien beheimatet war. Fast alle anderen Schafrassen stammen vom Russischen Wildschaf (Arkal) ab. Deswegen unterscheidet sich die Heidschnucke von diesen Schafrassen: Sie ist genügsamer und kleiner; außerdem hat ihr Fleisch einen wildartigen Geschmack. Weil die Heidschnucke so widerstandsfähig ist, kann sie das ganze Jahr im Freien gehalten werden und weil sie zudem noch sehr anspruchslos ist, ist eine Haltung in der Heidelandschaft ebenfalls kein Problem. Vermutlich wurden schon in der Bronzezeit Heidschnucken in der Heide gehalten. Die Heidschnucke eignet sich aber auch zur Haltung auf extensiven Grasflächen (Hüte- und Koppelhaltung).
Insbesondere für die Landschaftspflege eignet sich die Heidschnucke, weil sie zu ihren schon genannten guten Eigenschaften noch sehr leicht ist (Altböcke: 65-85kg, Schafe: 40-45kg) und sehr zarte Beine hat, wodurch keine bedeutenden Schäden durch Vertritt verursacht werden. In den 70/80er Jahren wurden Romanow-Schafe eingekreuzt. Dadurch ist die Heidschnucken-Haltung wirtschaftlicher geworden: Die Zahl der Zwillingsgeburten ist gestiegen. Heute betrachtet man diese Einkreuzung aber sehr kritisch, weil dadurch eine alte Haustierrasse verfälscht wurde, die sogar zu den bedrohten Haustierrassen zählt.
Beide Geschlechter tragen Hörner. Dabei sind die Hörner der Böcke schneckenartig und kräftig ausgebildet, die der Mutterschafe sichelartig nach hinten gebogen. Die Heidschnucke ist ein selbstlammendes Schaf; die pechschwarzen, kleingelockten Lämmer werden in den Monaten März bis Mai geboren. Gegen Ende ihres ersten Lebensjahres beginnen die Lämmer ihr Äußeres zu verändern und nach der ersten Schur (April-Mai) bekommen sie das typische silbergraue bis dunkelgraue Vlies, wobei Kopf, Brustlatz und Beine und der rassebdingte kurze Schwanz (kein Kupieren!) schwarz bleiben.
Die Heidschnucke gehört zu den mischwolligen Schafarten, d.h. dass ihr äußeres Vlies aus langem, schlichtem, groberem Oberhaar ohne Kräuselung besteht, das innere aber aus feinerem, hellem, weichem Unterhaar. Die Wolle der Heidschnucke hat einen Durchmesser von 38-39 Mikron (D- bis E-Feinheit), dies gleicht eher Haaren als echter Wollqualität. Das Fell der Heidschnucke ist wegen seiner attraktiven Zeichnung und Strapazierfähigkeit aber sehr beliebt.