{"id":653,"date":"2021-09-10T10:29:47","date_gmt":"2021-09-10T08:29:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wollingster-see.de\/?p=653"},"modified":"2025-03-19T16:10:31","modified_gmt":"2025-03-19T14:10:31","slug":"der-otterstedter-see-in-not","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wollingster-see.de\/?p=653","title":{"rendered":"Der Otterstedter See in Not"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein Wissenstransfer \u00fcber Erkenntnisse und Erfahrungen am Wollingster See sollen dem Otterstedter See zu Gute kommen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.wollingster-see.de\/wp-content\/uploads\/IMG_1357-1024x768.jpg\" alt=\"\" data-id=\"654\" data-full-url=\"http:\/\/www.wollingster-see.de\/wp-content\/uploads\/IMG_1357-scaled.jpg\" data-link=\"http:\/\/www.wollingster-see.de\/?attachment_id=654\" class=\"wp-image-654\" srcset=\"http:\/\/www.wollingster-see.de\/wp-content\/uploads\/IMG_1357-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.wollingster-see.de\/wp-content\/uploads\/IMG_1357-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.wollingster-see.de\/wp-content\/uploads\/IMG_1357-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.wollingster-see.de\/wp-content\/uploads\/IMG_1357-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.wollingster-see.de\/wp-content\/uploads\/IMG_1357-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Otterstedter Gr\u00fcne zu Besuch am Wollingster See<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Elbe-Weser-Dreieck gibt es drei Seen eiszeitlichen Ursprungs, die in fr\u00fcheren Zeiten als tiefe oligotrophe Heideseen benannt werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wollingster See (Gemeinde Beverstedt, LK Cuxhaven) und der Silber See (Gemeinde Schiffdorf, LK Cuxhaven) im mittleren Teil des Elbe-Weser-Dreiecks und der Otterstedter See (Gemeinde Ottersberg, LK Verden) am s\u00fcdlichen Rand dieses Gebietes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei allen genannten Seen deutet die rundliche Gestalt, mit einer trichterf\u00f6rmigenTiefenstruktur sowie der hohen Lage auf einem vom Wind gepr\u00e4gten Geestr\u00fccken, die selbe, \u00fcber 10.000 Jahre zur\u00fcckliegende, glaziale Entstehungsgeschichte (Pingo-Genese) hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberdies sind diese Seen deutlich tiefer als andere nat\u00fcrliche Seen in dieser Region und werden vorwiegend von Regenwasser gespeist. Anders als andere Seen aus dieser Entstehungszeit sind diese drei Gew\u00e4sser \u00fcber die Jahrtausende hinweg nicht verlandet und konnten sich in ihrer besonderen Gestalt und \u00d6kologie halten. Alleine diese Tatsache wirft bereits Fragen \u00fcber das spezifische Milieu sowie \u00fcber die menschliche Nutzungsgeschichte dieser drei Seen auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle drei sind urspr\u00fcnglich biologische Kleinode und leiden gegenw\u00e4rtig unter den menschengemachten Einfl\u00fcssen aus der Vergangenheit und Gegenwart.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insbesondere durch die allgemein zunehmenden N\u00e4hrstoffgehalte in Luft und Wasser sind diese Gew\u00e4sser in besonderem Ma\u00dfe gef\u00e4hrdet. Die ehemals n\u00e4hrstoffarmen Seen werden n\u00e4hrstoffreicher, was erhebliche Auswirkungen nicht nur auch die Tier- und Pflanzenwelt hat, sondern auch dazu f\u00fchrt, dass die Gew\u00e4sser zunehmend altern. Ein Prozess, der sich insbesondere durch eine verst\u00e4rkte Verschlammung und Tendenzen einer zunehmenden Verladung zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am st\u00e4rksten lassen sich diese Effekte am Otterstedter See beobachten, der schon seit Jahrzehnten unter einer erh\u00f6hten Zufuhr pflanzlicher N\u00e4hrstoffe (Eutrophierung) leidet. Mittlerweile ist sein Zustand so sehr aus dem Gleichgewicht geraten, dass der See \u00fcber die Sommermonate f\u00fcr den Badebetrieb geschlossen werden muss. Der Grund sind Blaualgen (\u201eBl\u00fcten\u201c), die giftig sein k\u00f6nnen.Der ehemals n\u00e4hrstoffarme Heidesee ist zu einem von N\u00e4hrstoffen \u00fcberfrachteten Gew\u00e4sser geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bisherigen Ma\u00dfnahmen, vor allem die Zugabe von Benthophos zur N\u00e4hrstoffbindung und F\u00e4llung, haben keinen erw\u00fcnschten Erfolg bei der Festlegung von N\u00e4hstoffen und damit der Reduktion der Algenbl\u00fcte gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gemeindeverwaltung in Ottersberg, die lokalen politischen Akteure, die untere Naturschutzbeh\u00f6rde im Landkreis Verden sowie der NLWKN (der Nieders\u00e4chsische Landesbetrieb f\u00fcr Wasserwirtschaft, K\u00fcsten- und Naturschutz) streben nunmehr gemeinsam eine nachhaltige L\u00f6sung an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitglieder des F\u00f6rdervereins Wollingster See e.V. haben in diesem Zusammenhang ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr einen Wissenstransfer angeboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die vielen durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen am Wollingster See besteht ein Erfahrungsschatz, den der F\u00f6rderverein zur Sanierung des Otterstedter Sees einbringen m\u00f6chte. Hierbei steht die langfristige Bek\u00e4mpfung der Ursachen, welche zur Eutrophierung des Sees gef\u00fchrt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die f\u00fcr einen Heidetiefsee naturgem\u00e4\u00dfe Umgestaltung der Uferbereiche, die entsprechende Anpassung der aquatischen Fauna und Flora, das Abf\u00fchren von n\u00e4hrstoffreichem und sauerstoffarmem Tiefenwasser sowie die Vermeidung von zus\u00e4tzlichen N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen sind Ma\u00dfnahmen, welche vom F\u00f6V Wollingster See empfohlen und am Wollingster See bereits ergriffen und wissenschaftlich dokumentiert werden. Auch der Fischbestand ist zu kontrollieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erkenntnisse&nbsp;und Erfahrungen aus 25 Jahren intensiven Naturschutz- und Pflegema\u00dfnahmen sowie der wissenschaftlichen Erforschung und Evaluation&nbsp;stellt eine gute Basis f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Ma\u00dfnahmen zur Sanierung des Otterstedter See dar. Erste Schritte wurden unternommen, ein erstes Treffen am Otterstedter See mit der Gemeinde Verwaltung, dem B\u00fcrgermeister des Flecken Ottersberg, dem Fachausschuss Otterstedter See, Anwohnern sowie einem verantwortlichen Mitglied der&nbsp;unteren Naturschutzbeh\u00f6rde des LK Verden gab es bereits Ende Juli am Otterstedter See. Tags darauf besuchten die Gr\u00fcnen der Gemeinde Ottersberg den Wollingster See um sich vor Ort ein Bild vom See und seinen Schutzma\u00dfnahmen zu machen.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Wissenstransfer \u00fcber Erkenntnisse und Erfahrungen am Wollingster See sollen dem Otterstedter See zu Gute kommen. Im Elbe-Weser-Dreieck gibt es drei Seen eiszeitlichen Ursprungs, die in fr\u00fcheren Zeiten als tiefe oligotrophe Heideseen benannt werden konnten. Der Wollingster See (Gemeinde Beverstedt, LK Cuxhaven) und der Silber See (Gemeinde Schiffdorf, LK Cuxhaven) im mittleren Teil des Elbe-Weser-Dreiecks und der Otterstedter See (Gemeinde Ottersberg, LK Verden) am s\u00fcdlichen Rand dieses Gebietes. Bei allen genannten Seen deutet die rundliche Gestalt, mit einer trichterf\u00f6rmigenTiefenstruktur sowie der hohen Lage auf einem vom Wind gepr\u00e4gten Geestr\u00fccken, die selbe, \u00fcber 10.000 Jahre zur\u00fcckliegende, glaziale Entstehungsgeschichte (Pingo-Genese) hin. \u00dcberdies sind diese Seen deutlich tiefer als andere nat\u00fcrliche Seen in dieser Region und werden vorwiegend von Regenwasser gespeist. Anders als andere Seen aus dieser Entstehungszeit sind diese drei Gew\u00e4sser \u00fcber die Jahrtausende hinweg nicht verlandet und konnten sich in ihrer besonderen Gestalt und \u00d6kologie halten. Alleine diese Tatsache wirft bereits Fragen \u00fcber das spezifische Milieu sowie \u00fcber die menschliche Nutzungsgeschichte dieser drei Seen auf. Alle drei sind urspr\u00fcnglich biologische Kleinode und leiden gegenw\u00e4rtig unter den menschengemachten Einfl\u00fcssen aus der Vergangenheit und Gegenwart. Insbesondere durch die allgemein zunehmenden N\u00e4hrstoffgehalte in Luft und Wasser sind diese Gew\u00e4sser in besonderem Ma\u00dfe gef\u00e4hrdet. 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