{"id":406,"date":"2015-12-11T09:44:42","date_gmt":"2015-12-11T07:44:42","guid":{"rendered":"http:\/\/wollingster-see.de\/?p=406"},"modified":"2020-11-10T14:52:01","modified_gmt":"2020-11-10T12:52:01","slug":"wiederansiedelungsversuch-des-brachsenkrautes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wollingster-see.de\/?p=406","title":{"rendered":"Brachsenkraut"},"content":{"rendered":"<p>Das See-Brachsenkraut (<em>Isoetes lacustris<\/em>) geh\u00f6rt wie Farne und B\u00e4rlappe in die Verwandtschaft der Sporenpflanzen. Es kam fr\u00fcher im Wollingster See regelm\u00e4\u00dfig vor. Seit den 1990er Jahren sind die Best\u00e4nde stark zur\u00fcckgegangen und ab 2004 dort verschollen. Im Silbersee, keine sechs Kilometer entfernt, w\u00e4chst das Brachsenkraut weiterhin auf einer kleinen Fl\u00e4che. Es ist der letzte Fundort in Niedersachsen; und in Deutschland ist die Pflanze vom Aussterben bedroht. Beide Seen haben \u00e4hnliche Eiszeit-Entstehungsgeschichten und waren n\u00e4hrstoffarme \u201eHeideseen&#8220;. Der Silbersee ist allerdings heute st\u00e4rker eutrophiert und st\u00e4rker verlandet als der Wollingster See und weist keine Lobelien mehr auf.<\/p>\n<p>Die Naturschutzbeh\u00f6rde hat nun im Sommer 2015 die Genehmigung f\u00fcr Wiederansiedlungsversuche erteilt. Am letzten Augusttag waren Mitglieder des F\u00f6rdervereins Wollingster See und des BUND Unterweser zusammen mit Prof. Buchwald von der Universit\u00e4t Oldenburg dazu an beiden Seen. Einfache Schutzk\u00e4fige aus Draht wurden gebaut, an gesch\u00fctzten ufernahen Stellen aufgestellt und die Pflanzen eingebracht (im Wollingster See Brachsenkr\u00e4uter; im Silbersee als \u201eGegengabe\u201c Lobelien). Schildchen weisen auf die Versuche hin, falls trotz des Betretungsverbotes Besucher auf die K\u00e4fige sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Die K\u00e4fige werden regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert, und die Entwicklung wird dokumentiert. Im Oktober 2015 sah alles gut aus. Der Wiederansiedlungsversuch muss nun aber einige Jahre beobachtend begleitet werden. Bei Gelingen werden die K\u00e4fige sp\u00e4ter entfernt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das See-Brachsenkraut (Isoetes lacustris) geh\u00f6rt wie Farne und B\u00e4rlappe in die Verwandtschaft der Sporenpflanzen. Es kam fr\u00fcher im Wollingster See regelm\u00e4\u00dfig vor. Seit den 1990er Jahren sind die Best\u00e4nde stark zur\u00fcckgegangen und ab 2004 dort verschollen. Im Silbersee, keine sechs Kilometer entfernt, w\u00e4chst das Brachsenkraut weiterhin auf einer kleinen Fl\u00e4che. Es ist der letzte Fundort in Niedersachsen; und in Deutschland ist die Pflanze vom Aussterben bedroht. Beide Seen haben \u00e4hnliche Eiszeit-Entstehungsgeschichten und waren n\u00e4hrstoffarme \u201eHeideseen&#8220;. Der Silbersee ist allerdings heute st\u00e4rker eutrophiert und st\u00e4rker verlandet als der Wollingster See und weist keine Lobelien mehr auf. Die Naturschutzbeh\u00f6rde hat nun im Sommer 2015 die Genehmigung f\u00fcr Wiederansiedlungsversuche erteilt. Am letzten Augusttag waren Mitglieder des F\u00f6rdervereins Wollingster See und des BUND Unterweser zusammen mit Prof. Buchwald von der Universit\u00e4t Oldenburg dazu an beiden Seen. Einfache Schutzk\u00e4fige aus Draht wurden gebaut, an gesch\u00fctzten ufernahen Stellen aufgestellt und die Pflanzen eingebracht (im Wollingster See Brachsenkr\u00e4uter; im Silbersee als \u201eGegengabe\u201c Lobelien). Schildchen weisen auf die Versuche hin, falls trotz des Betretungsverbotes Besucher auf die K\u00e4fige sto\u00dfen. Die K\u00e4fige werden regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert, und die Entwicklung wird dokumentiert. 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